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Sendepause für Mobilfunk

Im November 1998 wurde vom Grafrather Gemeinderat die Forderung eines Bürgerbegehrens übernommen , dass alle rechtlich überhaupt vertretbaren Maßnahmen ergriffen werden sollen, um Mobilfunk-Sendeanlagen im Gemeindegebiet zu unterbinden. Selbst ein gültiger Bebauungsplan für das Gebiet und das Angebot eines Alternativ-Standorts konnten die „Deutsche Funkturm GmbH” nicht davon abhalten, die Errichtung eines 45 Meter hohen Sendemasts im forstlichen Versuchsgarten südlich des Bahnhofs mit allen juristischen Mitteln weiterzuverfolgen. So wurden der Bebauungsplan in einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom November 2006 für ungültig erklärt. Eine solche Missachtung des Bürgerwillens sowie mehrheitlicher Beschlüsse des gewählten Gemeinderats scheint jeglichem Demokratieverständnis zu widersprechen und es bleibt zu hoffen, dass dies noch nicht das letzte Wort ist.

Nachdem die bestehenden Verträge mit der Fa. Vodafone und e- plus über die Mobilfunkanlage auf dem Wasserturm in Kottgeisering zum 31. Dezember 2006 gekündigt wurden, hat die Gemeinde den Betreibern einen entsprechenden alternativen Standort in ausreichender Entfernung von der Wohnbebauung angeboten. Dieser wurde von den Mobilfunkbetreibern auch angenommen und Kontakt mit dem Grundstücksbesitzer aufgenommen. Nach dem niederschmetternden Gerichtsurteil gegen Grafrath herrscht nun erst einmal Funkstille, nicht nur bei den Handys, sondern auch von Seiten der Betreiber. Nachdem nun abzusehen ist, dass sich das Ganze noch etwas hinziehen wird, kamen die Mobilfunkbetreiber nochmals auf den Kottgeiseringer Gemeinderat zu mit der Bitte um eine Verlängerung des alten Vertrags auf dem Wasserturm, auch weil angeblich kein Alternativstandort vorhanden ist. Der Kottgeiseringer Gemeinderat blieb aber bei seinem Beschluss vom letzten Jahr, eben auch mit der Begründung, dass wohl ein Standort angeboten wurde und es den Anwohnern auch nicht mehr zuzumuten ist. Es kann allerdings auch sein, dass die Betreiber jetzt den geplanten Turm im forstlichen Versuchsgarten als Alternative zum gekündigten Kottgeiseringer Standort auf dem Wasserturm nutzen wollen.