Bürgerbegehren gegen Bau Mobilfunkantenne Grafrath

Sprecher: Barbara Kiesel, Ulrichstraße 22, 82284 Grafrath

        Günter Spies-Witalinski, Am Pechhölzl 7, 82284 Grafrath

 

 

 

 

 

Herrn

Landrat Thomas Karmasin

Landratsamt Fürstenfeldbruck           

Münchner Straße 32

 

82256 Fürstenfeldbruck                                                                                

 

 

22. Juni  2002

 

Mobilfunkantenne in Grafrath

 

Sehr geehrter Herr Landrat Karmasin,

 

wir, die Initiatoren des Bürgerbegehrens 1998 zur Verhinderung des Baus einer Mobilfunkantenne im Forstlichen Versuchsgarten in Grafrath, sehen uns gezwungen, uns heute direkt an Sie zu wenden. Wir bitten um Ihre persönliche Unterstützung und Einflussnahme.

 

Zunächst kurz zur Historie:

09.1998    T-Mobile reicht Bauantrag über Errichtung einer 48 Meter hohen Mobilfunkantenne im Forstlichen Versuchsgarten in Grafrath ein.

11.1998       Einreichung Bürgerbegehren mit 420 Unterschriften gegen den Bau der Mobilfunkantenne.

11.1998       Gemeinderat Grafrath beschließt - entsprechend Bürgerbegehren -, dass die Gemeinde alle rechtlich vertretbaren Maßnahmen ergreift, um Sendeanlagen im Gemeindegebiet zu unterbinden.

03.2000        Gemeinderatsbeschluss:  Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel Flächen für Mobilfunkantennen auszuweisen. Dieser Beschluss wurde vom ehemaligen Bürgermeister in den folgenden 24 Monaten - bis zum Ende seiner Amtszeit 2002 - nicht umgesetzt.

05.2001            T-Mobile reicht neuen Bauantrag ein.

05.2001            Gemeinderat lehnt Antrag ab.

06.2001       Gemeinde schlägt T-Mobile drei alternative Standorte vor.

11.2001       Schriftliche Stellungnahme von T-Mobile zum  Vorschlag über die alternativen Standorte fehlt immer noch. Auf Anfrage, wird - ohne Begründung - mitgeteilt, dass T-Mobile die Gemeindevorschläge ablehne.

06.2002       Landratsamt legt Gemeinde den T-Mobile-Antrag erneut vor. Landratsamt teilt mit, dass Antrag genehmigt werde, falls Gemeinde keine neuen Argumente für die Ablehnung beibringe. Gemeinde wird Einspruchsfrist von 4 Wochen eingeräumt.

 

 

T-Mobile hat sich öffentlich verpflichtet, alle Mobilfunkantennen-Installationen im Konsens mit den Gemeinden vorzunehmen. Im Gegensatz dazu sieht T-Mobile eine Kooperation  in ihrem Projekt Grafrath anscheinend nicht als notwendig an. T-Mobile will die Installation der Mobilfunkantenne im Forstlichen Versuchsgarten offensichtlich erzwingen. Der Gemeinde liegt bisher keine Begründung für die Notwendigkeit einer solchen Anlage vor. Auch die Dimension, eine 48 Meter hohe Antenne,  ist in keiner Weise belegt. Bis heute hat die T-Mobile auch keine fundierte Begründung für die Ablehnung der von der Gemeinde vorgeschlagenen Alternativstandorte formuliert. Es fehlen hiermit die Fakten für eine fundierte, sachliche und objektive Bewertung.

 

Sehr geehrter Herr Landrat, Sie haben sich ausdrücklich für die Notwendigkeit einer kooperativen Vorgehensweise zwischen Betreiber und Gemeinden ausgesprochen. Wenn wir richtig informiert sind, haben Sie sich  auch bereits mehrfach eingeschaltet, wenn es in Nachbargemeinden nicht zu einem einvernehmlichen Konsens zu kommen drohte. Auch bei uns fehlt es der T-Mobile am Willen zu einer Kooperation. Dies alles vor dem Hintergrund, dass auch einige Ihrer Kollegen aus der Bayerischen Staatsregierung  in jüngster Zeit nachdrücklich unterstrichen haben, wie wichtig es ist, die zunehmenden Ängste in der Bevölkerung in Hinblick auf mögliche Gefahren der Mobilfunkstrahlung ernst zu nehmen und auf sie einzugehen. Wir bitten Sie deshalb herzlich, sich persönlich unseres Problems anzunehmen und sicherzustellen, dass zunächst einmal die Fakten zum Bau der Mobilfunkantenne verfügbar gemacht werden und weiterhin die notwendige Zeit zu einer objektiven Bewertung und Entscheidungsfindung eingeräumt wird. Wir sind sicher, dass es dann zu einer Lösung im Konsens mit Gemeinde und Bürgern kommen kann, die fachlich fundiert und ausgewogen ist und ein Minimum an Strahlenbelastung sicherstellt.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Barbara Kiesel               Günter Spies-Witalinski

 

 

 

 

 

Kopien            Bürgermeister Dr. Hartwig Hagenguth

Fürstenfeldbrucker SZ

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